Es gibt eine bestimmte Art von Verlust, die man nicht bemerkt, weil nichts fehlt. Kein Schmerz. Kein Moment, in dem man merkt, dass etwas weg ist. Nur eine langsame, fast unmerkliche Verschiebung dessen, was man für selbstverständlich hält – bis man irgendwann feststellt, dass man etwas nicht mehr kann, das man einmal konnte. Und sich nicht mehr sicher ist, wann genau das passiert ist.
Das ist die eigenartigste Form des Vergessens: nicht das, was sich anfühlt wie ein Loch. Sondern das, was sich anfühlt wie Fortschritt.
Der blaue Pfeil
Erinnerst du dich noch, wie man früher eine neue Stadt navigiert hat? Man schaute sich die Route vorher an, prägte sich Straßennamen ein, zählte Abbiegungen. Man baute eine mentale Karte – unvollständig, manchmal falsch, aber eigen. Man wusste, wo man war, weil man sich aktiv damit auseinandergesetzt hatte.
