Einheitsbrei per Klick: Wenn Sprache keine Fehler mehr machen darf
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Einheitsbrei per Klick: Wenn Sprache keine Fehler mehr machen darf

Über KI-Glättung, Hype-Inflation und den Kult der Mühelosigkeit – und warum Reibung ein Privileg ist.

13. Juni 20263 Min. Lesezeit

Schon die alten Griechen jammerten über die Jugend und den Untergang der Sprache. Doch heute ist etwas anders. Wir erleben keine bloße Verarmung, sondern eine technologische Glättung. Und die Frage ist nicht mehr: „Verlieren wir den Reichtum?“ Sondern: „Wie sehr tricksen wir uns durch Algorithmen selbst aus?“

Betrachtet man das Phänomen nüchtern, zeigt sich: Sprache verarmt nicht unbedingt an Wörtern, aber sie wird zunehmend polarisiert und sterilisiert.

Die Falle der KI: Autocomplete und das Mittelmaß

Wir lassen E-Mails vorschlagen und Berichte „optimieren“. Das Problem: Eine KI ist kein Dichter, sondern ein Wahrscheinlichkeitsrechner. Sie serviert uns immer das statistisch „erwartbarste“ Wort. Die Folge: Individuelle Ecken, sperrige Metaphern und Präzision bleiben auf der Strecke. Das Ergebnis: Ein globaler, perfekt geschmiedeter, aber völlig seelenloser Corporate-Einheitsbrei. Wir verlieren nicht an Grammatik, wir verlieren an Reibung.

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